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„Wir ziehen zur Mutter der Gnade“ – Nurner Wallfahrer pilgern zur Gnadenmutter von Steinwiesen – Tradition wurde vor 10 Jahren wiederbelebt

Wallfahrt nach Steinwiesen
Datum:
Veröffentlicht: 25.9.23
Von:
Susanne Deuerling

Mancher mag nur ein müdes Lächeln übrighaben, wenn er den relativ kurzen Wallfahrtsweg von Nurn nach Steinwiesen sieht. Fünf Kilometer einfache Strecke können aber für den einen oder anderen so richtig lang werden. Und außerdem, es ist der Wille, der zählt, es ist der Weg das Ziel und das liegt im Tal in der Pfarr- und Wallfahrtskirche „St. Mariae Geburt“. Denn dort steht die Gnadenmutter von Steinwiesen oben im Hauptaltar und schaut gütig auf alle herab, die zu ihr pilgern, egal ob sie aus nah oder fern kommen, egal ob sie 50 oder 5 Kilometer gelaufen sind. Nun sind sie da und suchen bei der Gottesmutter Hoffnung, sie danken ihr und legen ihre Bitten in ihre gütigen Hände.

Am Nachmittag hatten sich die Wallfahrer der Kuratie Nurn an der Kirche St. Michael versammelt und zogen hinter dem geschmückten Wallfahrtskreuz, das Josef Schuberth vorneweg trug, los. Der Weg führte die singenden und betenden Wanderer den Ködelweg hinab zur Staatsstraße und von hier auf dem parallel dazu verlaufenen Fußgängerweg über die Industriestraße. Einen kurzen Halt machte man an der neugesegneten Kreuzkapelle, wo man zu Jesus am Kreuz betete. Beim Cafe Kuhnlein schließlich wurden die Teilnehmer von Pfarrer Richard F. Reis und den Ministranten sowie einer Abordnung vom Musikverein Nurn empfangen und auf den restlichen Weg zum Steinwiesener Gotteshaus begleitet. Bei der anschließenden Eucharistiefeier erinnerte der Geistliche daran, dass vom 16. bis 18. Jahrhundert Wallfahrten nach Steinwiesen aufblühten. Da sie heute nur noch lokale Bedeutung hätten, wäre es umso erfreulicher, wenn die Nurner ihre Tradition fortsetzen würden. Während Sabine Klug und Katharina Deuerling, die bereits die Leitung auf der Strecke übernommen hatten, Fürbitten verlasen, trug Pfarrgemeinderatsvorsitzender Josef Schuberth die Lesung vor und dankte den Mitwirkenden. Nach der offiziellen Feierstunde schloss sich im Pfarrsaal ein gemütliches Beisammensein mit Imbiss an.

Gnadenbild der Muttergottes in „Mariae Geburt“

Das Gnadenbild von Steinwiesen ist die älteste und wichtigste Plastik innerhalb der Ausstattung der Kirche. Es ist eine Mariendarstellung mit Kind, eine Sitzfigur. Die Maria des Gnadenbildes neigt ihr Haupt liebevoll nach links dem Kinde zu, das sie auf ihrem linken Arm trägt. In der rechten Hand hält sie eine leere Schale, in die die Pilger früher ihre Gabe legten. Auch in der heutigen Zeit hält Maria diese Schale auf, damit die Gläubigen aus nah und fern im Gedanken ihre Bitten und Anliegen hineinlegen können, sozusagen als Botschaft an Jesus Christus, ihren Sohn. Das Gnadenbild befindet sich auf dem Hochaltar und strahlt, umrahmt von einem goldenen Vorhang, wie seit Jahrhunderten schon auf die Gläubigen nieder. Zu diesem Gnadenbild war lange Zeit eine Marienwallfahrt im Gange. Besonders von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis ungefähr zum Ausbruch des Siebenjährigen Krieges (1756 – 1763) pilgerten die Wallfahrer aus nah und fern zum Gnadenbild der Mutter Gottes.