Steh auf für Frieden und Zusammenhalt!


Konkurrenz? Werde Zusammenspieler
Ein besonderes Ambiente lockte am vergangenen Sonntag viele Besucherinnen und Besucher zu den besonders gestalteten Gottesdiensten anlässlich des diesjährigen Sonntags der Jugend, der im Katholischen Seelsorgebereich vor allem von und für Firmbewerberinnen und -bewerber gestaltet wurde. Direkt vor einem Stück der Grenzmauer zwischen Ost- und Westdeutschland – an der Gedenkstätte Welitsch-Heinersdorf- trafen sich die Jugendlichen um unter dem Motto „Konkurrenz – werde Zusammenspieler“ auf die relevante Bedeutung des Friedens hinzuweisen. Eine besondere Rolle spielte ein großer Heißluftballon, es war ein Friedensballon. Die Jugendlichen hatten sich in der Vorbereitung verschiedene Begriffe überlegt, die für den Frieden förderlich sind, zum Beispiel Gerechtigkeit, Respekt oder Toleranz. Beherzigt man diese Tugenden und bringt sie in den Alltag ein, so kann jede und jeder von uns ganz persönlich mit kleinen Schritten zum Frieden beitragen. Doch alleine das war es nicht, was den Ballon abheben ließe, denn es gäbe auch viel Ballast, den die Menschen im Leben zu tragen haben – nicht immer ist Ballast selbst verursacht, aber in einigen Fällen haben wir Menschen doch persönlich Anteil daran und er baumelt wie Sandsäcke am Friedensballon, erklärte Gemeindereferent Bernd Sorgenfrei, der in seiner Eigenschaft als Referent für Glaubensbildung im Jugendamt der Erzdiözese Bamberg gemeinsam mit dem BDKJ-Diözesanverband Bamberg und einigen Jugendlichen aus dem Seelsorgebereich die Idee für den diesjährigen Sonntag der Jugend entwickelt hatte. Die Jugendlichen hatten neben Begriffen für das friedliche Zusammenleben festgestellt, dass in unserer Gesellschaft hoher Konkurrenzdruck herrscht, der letztendlich zu Selbstsucht, Egoismus, Hass und Gewalt führt. Lea Sorgenfrei, Manjana Diepold und Jan Weiß erläuterten die Gefahren dahinter, die beispielsweise in Schule, aber auch durch das Wirtschaftssystem aufgebaut werden. Macht man sich auch davon frei und wirft den Ballast ab, kann der Friedensballon aufsteigen und sogar die Grenzmauer überwinden. Um sich von Ballast zu befreien und sich für den Frieden einzusetzen, braucht es eine gehörige Portion Mut, die auch die Menschen vor 30 Jahren bewiesen haben, als sie sich für die Öffnung der innerdeutschen Grenze stark gemacht haben. „Mut lässt sich nicht sagen, ‚Das schaffst du nicht‘, Mut ist mehr als ein Gedanke, Mut ist, wenn die Schranke im Kopf zerbricht“, so heißt es im Lied „Mut“ von Alexandra Feser, das die Jugendlichen auf ihre ganz eigene Art interpretierten. Dekan Detlef Pötzl, der mit den Mitgliedern seines Pastoralteams Josef Grünbeck und Andreas Roderer die Gottesdienste angestoßen hatte, um die Vorbereitung auf das Sakrament der Firmung nach der Zwangspause wieder zu starten, ermutigte, nicht darauf zu warten, bis Politikerinnen oder Politiker für den Frieden in der Welt sorgen, sondern, eben selbst für den Frieden einzustehen und um darum zu beten. Unser Engagement ist Handeln im Auftrag und mit der Unterstützung unseres Gottes, wussten die Jugendlichen und forderten alle auf: „Steh auf für Frieden und Zusammenhalt – Gott ist mit Dir!“
Gottesdienste zu diesem Thema wurden auch in Wallenfels, Wickendorf und in Buchbach gefeiert. Jeder der Gottesdienste wurde musikalisch von einer Musikgruppe aus Wickendorf, die sich eigens für die Gottesdienste zum Sonntag der Jugend zusammengefunden hatte, bzw. dem Mini-Chor aus Wallenfels gestaltet. Zum Repertoire gehörten neben Liedern aus dem Bereich des Neuen Geistlichen Lieds auch moderne Popsongs, die sich mit dem Thema Frieden, Gerechtigkeit oder des gemeinsamen Zusammenlebens beschäftigen. Unterstützt wurden die Firmlinge und das pastorale Team durch den BDKJ-Regionalverband Kronach-Teuschnitz und den Bildungsreferenten im Jugendamt der Erzdiözese in Kronach Andy Fischer.
Sonntag der Jugend
Am jährlichen Sonntag der Jugend sollen in den Gemeinden ganz besonders die Jugendlichen in den Blick genommen werden. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, Kirche nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten und ihre eigenen Ideen, Wünsche und Visionen einbringen – auch, wenn diese manchmal etwas unkonventionell sind und für Heißluftballons in Gotteshäusern sorgen.
Der Sonntag der Jugend wird im Erzbistum Bamberg immer am 17. Sonntag im Jahreskreis gefeiert. Dies ist heuer der 26.07.2020. Die Kollekte am Sonntag der Jugend kommt zur Hälfte der Stiftung „Option für die Jugend – Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft“ zugute, die einen Beitrag dazu leistet, die Jugendarbeit im Erzbistum Bamberg zukunftsträchtig aufzustellen. Aus den Erträgen unterstützt sie jährlich außergewöhnliche und herausragende Projekte der kirchlichen Jugendarbeit im Erzbistum. Informationen dazu gibt es unter www.option-jugend.de.



