2021 kommt der Weltgebetstag von Frauen des pazifischen Inselstaats Vanuatu

Liebe Freundinnen und Freunde des Weltgebetstags,
wir hätten in diesem Jahr wieder sehr gerne den Gottesdienst zum Weltgebetstag gestaltet und gemeinsam mit Euch am 5. März 2021 gefeiert.
Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen und Auflagen lassen unserer Meinung nach jedoch einen ansprechenden und zugleich sicheren Ablauf des Gottesdienstes nicht zu. Daher haben wir uns schweren Herzens entschieden, ihn in diesem Jahr nicht durchzuführen.
Der Fernsehsender Bibel TV zeigt am Freitag, den 5. März 2021, um 19 Uhr einen Gottesdienst zum Weltgebetstag. Zur gleichen Zeit ist auf www.weltgebetstag.de Premiere des Gottesdienstes online. Dazu möchten wir Euch gerne einladen.
Der Weltgebetstag ist die größte und älteste weltweite ökumenische Frauenbewegung, die Frauen und Mädchen darin unterstützt, ihre politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rechte durchzusetzen. Die Projektarbeit wird nicht nur durch die Kollekte, sondern auch durch Spenden, die das ganze Jahr über gerne entgegen genommen werden, unterstützt. Die Bankverbindung ist auf der letzten Seite der Gebetsordnung abgedruckt.
Wir hoffen und beten, dass wir im nächsten Jahr die Corona-Pandemie soweit überstanden haben, dass wir den Weltgebetstag am 4. März 2022 wieder in der gewohnten Form feiern können.
Bleibt behütet und gesund!
Herzliche Grüße vom Team des Weltgebetstags in Steinwiesen
Worauf bauen wir?
2021 kommt der Weltgebetstag von Frauen des pazifischen Inselstaats Vanuatu.
Felsenfester Grund für alles Handeln sollten Jesu Worte sein. Dazu wollen die Frauen aus Vanuatu in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2021 ermutigen. „Worauf bauen wir?“, ist das Motto des Weltgebetstags aus Vanuatu, in dessen Mittelpunkt der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 stehen wird. Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus. Dabei gilt es Hören und Handeln in Einklang zu bringen: „Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament – wie der kluge Mensch im biblischen Text. Unser Handeln ist entscheidend“, sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst.
Ein Ansatz, der in Vanuatu in Bezug auf den Klimawandel bereits verfolgt wird. Denn die 83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen, wie kein anderes Land, und das, obwohl es keine Industrienation ist und auch sonst kaum CO2 ausstößt. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Steigende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie früher. Zudem steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die tropischen Wirbelstürme werden stärker. So zerstörte zum Beispiel 2015 der Zyklon Pam einen Großteil der Inseln, 24 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Wirbelsturm. Um dem entgegenzuwirken, gilt seit zwei Jahren in Vanuatu ein rigoroses Plastikverbot. Die Nutzung von Einwegplastiktüten, Trinkhalmen und Styropor ist verboten. Wer dagegen verstößt muss mit einer Strafe von bis zu 900 Dollar rechnen.
Keine Frau im Parlament
Doch nicht alles in dem Land ist so vorbildlich. So sitzt im vanuatuischen Parlament keine einzige Frau, obwohl sich 15 im Jahr 2020 zur Wahl stellten. Frauen sollen sich „lediglich“ um das Essen, die Kinder und die Pflege der Seniorinnen und Senioren kümmern. Auf sogenannten Mammas-Märkten verkaufen viele Frauen das, was sie erwirtschaften können: Gemüse, Obst, gekochtes Essen und einfache Näharbeiten. So tragen sie einen Großteil zum Familieneinkommen bei. Die Entscheidungen treffen die Männer, denen sich Frauen traditionell unterordnen müssen. Machen Frauen das nicht, drohen ihnen auch Schläge. Das belegt die einzige Studie über Gewalt gegen Frauen in Vanuatu, die 2011 durchgeführt wurde: 60 Prozent der befragten 2.300 Frauen gaben demnach an, dass ihr Mann schon einmal gewalttätig geworden sei.
Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit: Zum Beispiel im pazifischen Raum, auch auf Vanuatu. Dort lernen Frauen sich über Medien eine Stimme zu verschaffen, damit ihre Sichtweisen und Probleme wahrgenommen werden. Oder in Indonesien, wo Frauen neben ökologischem Landbau lernen, welche Rechte sie haben und wie sie um deren Einhaltung kämpfen.